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	<title>Angscht a Schrecken zu Lëtzebuerg &#187; Köln</title>
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	<description>eng Rees an d&#039;Härz vum lëtzebuergeschen Alpdraam</description>
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		<title>Angscht a Schrecken beim dretten an vermutlech leschten Deel vun der „Angscht a Schrecken zu Köln Trilogie“</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Oct 2007 12:05:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jedes Epos hat einen Anfang und so hat auch jede Trilogie ein Ende. Und dies ist das Ende der Angscht a Schrecken zu Köln Trilogie.
Inhalt: StadtLandFluss, das 7. Forum zur Perspektiven Europäischer Jugendpolitik mit dem Thema »Bildungschancen in Europa«, schreckliche Kuchen, und eine betrunkene Odysee durch das nächtliche Köln. Da Switchpod im Moment Mist ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Epos hat einen Anfang und so hat auch jede Trilogie ein Ende. Und dies ist das Ende der Angscht a Schrecken zu Köln Trilogie.<br />
Inhalt: StadtLandFluss, das 7. Forum zur Perspektiven Europäischer Jugendpolitik mit dem Thema »Bildungschancen in Europa«, schreckliche Kuchen, und eine betrunkene Odysee durch das nächtliche Köln. Da Switchpod im Moment Mist baut, gibt es die Datei erst einmal bloß hier. Mal sehen wann der Feed wieder funktioniert.</p>
<p><a href="http://www.angschtaschrecken.lu/audio/angschtaschrecken43.mp3">Download audio file (angschtaschrecken43.mp3)</a><br />
<a href="http://www.angschtaschrecken.lu/audio/angschtaschrecken43.mp3">mp3 download Angscht a Schrecken beim dretten an vermutlech leschten Deel vun der „Angscht a Schrecken zu Köln Trilogie“</a><br />
<span id="more-100"></span></p>
<p>Ich erwachte nach einer ziemlich schrecklichen Nacht in Köln. Das erste, was ich sah, war das verschwommene Abbild einer fremden Decke. Ich kramte halbblind nach meiner Brille, setzte sie auf und starrte erneut an die fremde Decke. Keine Blutflecken. Sehr gut.<br />
Ich bemerkte, dass ich nicht in einem Bett, sondern auf dem Fußboden lag. Mein Rücken schmerzte erstaunerlicherweise nicht. Mein Kopf war noch ein wenig vernebelt, aber immerhin war das leichte Schwindelgefühl, das ich vor dem Einschlafen verspürt hatte, verschwunden.</p>
<p>Wir hatten in einem Haus außerhalb von Köln übernachtet. Bei Freunden, die die luxemburgische Hälfte unserer Reisegruppe wie exotische Tiere behandelten und hervorragend beköstigten. Durch einen Wald fuhren wir zurück nach Köln. Im Radio lief eine merkwürdige Sendung, wo von fallenden Zigarettenblättchen die Rede war. Oder so ähnlich. Das erinnert mich daran, dass ich ständig von irgendwelchen Menschen gefragt werde, ob ich Blättchen hätte. Ich sehe vielleicht ein klein wenig so aus, als würde ich manchmal rauchen, aber trotzdem stört es mich. Wenn man schon nach einer etablierten und gesellschaftlich akzeptierten Droge süchtig ist, soll man gefälligst auch immer die richtigen Utensilien dabeihaben. Noch nie hat ein Fixer mich nach einem Löffel gefragt, oder ein Kokser nach einem Strohhalm, aber Raucher scheinen da vergesslicher zu sein.</p>
<p>Der Tag verlief relativ ereignisslos. Wir aßen friedlich ein Eis, spielten im Park Stadt Land Fluss und schauten uns zum Ausklang des Abend friedlich einen Krimi an.<br />
Ich habe die unangenehme Eigenschaft, bei Actionszenen einzuschlafen. Langweilige Filme mit langen Gerichtsszenen und komplizierten Dialogen über die Abtreibungsproblematik und die Rechte von Versuchshamstern in Amsterdam kann ich mir stundenlang anschauen, aber sobald eine Verfolgungsjagd beginnt, bei denen niederländische Versuchshamster eine Abtreibungsklinik mit Waffengewalt stürmen und dann von der Polizei von Los Angles bis nach Wladiwostok gejagdt werden, nicke ich ein. Meine Augenlieder werden schwer und mein Kopf fällt unkontrolliert nach unten.</p>
<p>Das angsteinflössende beim Einnicken ist dieses jähe Aufwachen, wenn der Kopf sich der Kontrolle entzieht und nach unten schellt. Man wacht wie auf einen Schlag wieder auf, ist aber vom Schleudertraume so benommen, dass man gleich wieder einnickt.<br />
Zum Glück kamen bei diesem Krimi nicht zu viele solcher Szenen vor, denn sonst hätte ich dem Inhalt nicht unbedingt folgen können.</p>
<p>Anderseits fühlte ich mich in dem absolut geschmacklos eingerichteten Hotel, das im Eingang über einen japanischen Zimmerbrunnen verfügte, ein wenig einsam und auf eine unheimliche Art und Weise allein. Als ich über den Krimi nachdachte und mich daran erinnerte, dass gegenüber von dem Zimmerbunnen eine Vitrine mit Marienstatuen stand, drehte sich mein Magen kurz um. Ich war kurz davor, mein Zimmer zu betreten, wo wahrscheinlich eine zerstückelte Leiche auf mich wartete, die das Opfer eines militanten Versuchshamsters geworden war. Ich öffnete die Tür, sprang mit einem Fuß horizontal nach vorne in das Zimmer, um eventuelle Gegner auszuschalten. Als ich niemanden sah, drehte ich mich atemlos um. Niemand. Schnell öffnete ich die Badezimmertür.<br />
Auch in der Badewanne nichts. Ich war sicher. Auf jeden Fall für diese Nacht.</p>
<p>Am Montag wachte ich wieder mit einem Gefühl der Desorientierung auf. Zumindest hatte ich diese Nacht in einem Bett verbracht. Allerdings wurde man in diesem Hotel wahrscheinlicht nicht sehr viel anders behandelt als sonstwo. Der Exotenbonus wie am Morgen zuvor galt also nicht mehr. Da diese Gewissheit mir nicht viel brachte, nahm ich erst einmal ein Bad. Immer wieder stelle ich mir die Frage, und so tat ich es auch diesmal, wieso der Mensch Badeschaum erfunden hatte.<br />
Ich verstehe sehr wohl die reinigende Wirkung von Seife, aber wieso musste sie dichten weißen Schaum bilden? War dies eine Erfindung prüder, aber wissenschaftlich interessierter Puritaner, die ihr eigenes Geschlechtsteil nicht sehen wollten, während sie in der Wanne lagen?</p>
<p>Wir frühstückten im Frühstücksaal des Hotels, der noch furchtbarer und geschmackloser eingerichtet war als der Rest. Auch hier gab es eine Vitrinie mit Marienstatuen und Heiligenbildchen. Angst und Schrecken bedienten sich ebenfalls reichlich am Frühstücksbuffet. Ich hatte plötzlich nicht mehr sehr viel Hunger.</p>
<p>Wir machten uns also auf den Weg zum 7. Forum zur Perspektiven Europäischer Jugendpolitik mit dem Thema „Bildungschancen in Europa“. Dieses Forum fand im Maternushaus statt, einem Tagungsgebäude aus roten Ziegeln. Tagungsgebäude sind selten aus roten Ziegeln, haben aber meistens Säale mit merkwürdig klingenden Namen wie „Ursula“ oder „Hedwig“. Namen also, die kein Mensch sich merken kann und die nicht wirklich dazu beitragen, daß man das Zimmer, in das man gelangen soll, schneller findet. Im Gegenteil.</p>
<p>Aber das Problem stellte sich zuerst nicht. Wir betraten das Foyer dieses überaus hässlichen Baus und mischten uns in die Menschenmenge. Irgendein Drogenverrückter hatte Menschen angeheuert, die offenbar lustig sein sollten. Einer hatte einen Anzug aus dem Theater geliehen, der andere trug etwas über dem Kopf, was verdächtig nach Kartoffelsack aussah. Mit einer Hand simulierte er ein Tier, das von dem Anzugträger an einer Leine geführt wurde.</p>
<p>Wie gesagt: Meiner Meinung nach konnte nur ein Drogenverrückter solche Leute engagieren. Angst und Schrecken hatten das Maternushaus besetzt. Ich war in eine Meute von Pädagogen geraten, die über zweitklassige Komik mit dem Charme von Straßenpantomine lachten.</p>
<p>Im Hintergrund immitierte jemand Tori Amos mehr oder weinger tollerabel.<br />
Ich stellte mich in die Reihe, zu der mein Buchstabe gehörte und trug mich ein. Neben einem Programmheft mit ungefähr 15 Fehlerkorrekturen erhielt ich auch ein buchartiges Heftchen. Wahrscheinlich war das zur Selbstverteidgung gegen das Komikerduo gedacht. Ich war bereit und gewillt, es zu benutzen!</p>
<p>Der Tagungstag fing mit einer langwierigen Eröffnung an. Dann gab es Essen und danach Workshops, bei denen sich Pädagogen zuerst zerstritten, dann irgendwann feststellten, dass wir alle nur Menschen sind und sich dann gegenseitig beklatschen. Angst und Schrecken waren meine ständigen Begleiter. Ich fragte mich, ob es einen Fluchtweg aus dem Maternushaus geben würde, aber der einzige Ausgang wurde wahrscheinlich von dem Komikerduo und Tori Amos versperrt, die einen wie mit einer Stimme mit den Worten DU KOMMST HIER NICHT VORBEI! Ankläffen würde, näherte man sich dem Tor auch nur.</p>
<p>Am Abend dann hatte man uns in den Schloßgarten eingeladen. Da das nicht sehr weit weg von der<br />
Kneipe gegenüber von Condomi war, genehmigten wir uns dort erst ein Glas. Unsere Tagungsgesellschaft bestand nur noch aus ¾ unserer Reisegesellschaft. Es gingen aber nur 2/3tel unserer Tagungsgesellschaft in den Schloßgarten. Was rein rechnerisch ½ (die Hälfte) unserer Reisegesellschaft war. Es gab auch nur einen Grund, weshalb wir dorthin wollten: Torte. Kuchen.</p>
<p>An dem 7. Forum zur Perspektiven Europäischer Jugendpolitik mit dem Thema „Bildungschancen in Europa“ nahmen 5 verschiedene Länder teil. Und genau so viele Kuchen gab es. In Form der Länder. Diese wurden in einer Zeromonie feierlich angeschnitten.<br />
Es war angsteinflössend. Welcher Verrückte war auf diese Idee gekommen? Wieso machte man nicht einfach eine große Torte? Nein, es musste natürlich wieder einmal etwas besonders scheußliches sein.</p>
<p>Das einzige, was jetzt noch blieb, war die Flucht.<br />
Und diese Flucht hielt einige Stunden lang an, ging durch mehere Kneipen in Köln und verwandelete sich dann in eine betrunkene Odysee durch eine fremde Stadt, bei der wir versuchten, den Dom wiederzufinden, was sich letzendlich als zu lösende Aufgabe herausstellte.</p>
<p>Angst und Schrecken hatten mich. Würden wir je wieder aus dieser Karnevalshochburg herauskommen? War das Getreidesilo schlussendlich doch explodiert? Wer hatte diese schreckliche Idee mit den Kuchen ausgedacht?<br />
Zwischendurch knutschen Menschen. Andere pinkelten gegen einen Baum. Ich fotographierte Sticker.<br />
Auf der Domplatte schien sich alles zu entscheiden. In Wahrheit aber war alles bereits entschieden. Ich torkelte voller Angst und Schrecken zurück ins Hotel. Ein weiterer Tag voller Angst und Schrecken lag noch vor mir. Alles, was jetzt noch blieb, war die Flucht in einen dunkeln, traumlosen Schlaf. Aber nicht ohne zuvor die allesentscheidende Frage noch einmal zu stellen: Was war eigentlich mit Faust los?</p>
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		<title>Angscht a Schrecken beim zweeten Deel vun »Angscht a Schrecken zu Köln«</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Oct 2007 10:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe Angst, dass sich die »Köln-Saga« zu mehr als einer Triologie entwickelt. Es ist einfach so unglaublich viel passiert, dass es nicht möglich ist, sich kurz zu fassen. In dieser Stadt vergeht die Zeit in sehr merkwüdigen Bahnen. Wahrscheinlich Sägezahn. Es kommen wieder vor: Sexshops, Faust, Fußgänger, tollwütige Radfahrer und irgendeine Kneipe in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe Angst, dass sich die »Köln-Saga« zu mehr als einer Triologie entwickelt. Es ist einfach so unglaublich viel passiert, dass es nicht möglich ist, sich kurz zu fassen. In dieser Stadt vergeht die Zeit in sehr merkwüdigen Bahnen. Wahrscheinlich Sägezahn. Es kommen wieder vor: Sexshops, Faust, Fußgänger, tollwütige Radfahrer und irgendeine Kneipe in Ehrenfeld.</p>
<p><a href="http://www.angschtaschrecken.lu/audio/angschtaschrecken42.mp3">Download audio file (angschtaschrecken42.mp3)</a><br />
<a href="http://www.angschtaschrecken.lu/audio/angschtaschrecken42.mp3">mp3 download Angscht a Schrecken beim zweeten Deel vun »Angscht a Schrecken zu Köln«</a></p>
<p><span id="more-98"></span><br />
Für diejenigen, die die letzte Episode verpasst haben und nicht wissen, dass man alle Angscht a Schrecken-Folgen auf joeladami.net findet, ein paar Stichwörter, mit denen sie sich etwas zusammenreimen können: Forum zu Perspektiven Europäischer Jugendpolitik, Internationalisierung, Köln, Getreidesilo, Explosionsgefahr, Faust, Angst, Nachtclubs mit undurchsichtigen Fenstern, Sexshops, Schrecken, Karnevalshochburg, kleines Auto mit unsäglichem Interrieur.</p>
<p>Wir waren also in Köln angekommen. Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Parkplatzsuche beschlossen wir, dass es für unser Hab und Gut sehr viel besser sein würde, wenn das kleine Auto mit dem hässlichen Interrieur in einem Parkhaus oder in einer Tiefgarage stehen würde. Die andere Alternative wären langfristige Rückenschäden gewesen, aber auf die wollte niemand sich einlassen.</p>
<p>Die Tiefgarage war wie so ziemlich alle Tiefgaragen der Welt. Es roch merkwürdig, das Klima hatte ein wenig was von dem eines Gewächshauses, nur nicht so warm, und es standen überall Autos herum die dem Besitzer genau dadurch Geld brachten. Großstädte unterschieden sich also doch nicht so sehr von dem, was man in der Provinz gewohnt war. Zumindest in Sachen Tiefgaragen.</p>
<p>Ein erster kleiner Kulturschock kam, als wir ans Tageslicht traten. Menschen! Viele Menschen! Und noch dazu auf dem Bürgersteig! Anders als man es von luxemburgischen Straßen gewohnt war, wurden die Bürgersteige in Köln auch benutzt. Wahrscheinlich wird die Einsicht, dass es nicht unbedingt schneller geht, wenn für jede Strecke ein Auto benutzt, auch irgendwann einmal bei meinen Mitbürgern ankommen.</p>
<p>Ein wenig Angst und Schrecken kamen auf, als wir ein Brauhaus betraten, wohin unsere Reiseleiter im Rahmen eines touristischen Programms uns entführt hatten. Ein enger Eingang, in dem ein paar Tische standen. Ich fragte mich, wer sich in den Gang zwischen Küchenaufzug, Toiletteneingang und Eingang zu den beiden Speiseräumen setzen wollte. Menschen, die keine Zeit hatten und nur schnell ein Kölsch trinken wollten? Waren es Menschen, die so hässlich waren, dass sie sich nicht trauten, in den Speisesaal einzutreten? Oder waren diese Tische nur Dekoration, um den Gang nicht so leer wirken zu lassen?</p>
<p>Das Essen im Brauhaus war gut, und auch das Kölsch, dieses merkwürdige und irgendwie „wässerige“ Bier, das man in der Karnevalshochburg servierte, mundete mir. Aber hier war wieder ein wenig Angst und Schrecken zutage: Hatte man sein Glas zu etwa 7/8 (Sieben Achtel) ausgetrunken, wurde einem sofort ein neues gebracht. Ich fand das unheimlich. Natürlich kann man das nur als geschickter Trick, um die Rechnung in die Höhe zu treiben, ansehen, aber es war mehr. Es war die angsteinflössende Aufforderung zum Trinken, so als ob alle Kölner heimlich Unterwäsche mit dem Spruch „Ich bin viel zu viel oft nüchtern!“ tragen würden.</p>
<p>Weiter ging die Köln-Tour mit einem Besuch in einer Einkaufstraße, wo ich wieder einmal über die großen Menschenmassen staunte. Wo kamen die Leute alle her? Und viel wichtiger noch: Wo gingen sie alle wieder hin? In meinem Hirn brannte ausserdem noch eine andere Frage: Wo würden wir die Nachtruhe verbringen? Bei unseren Reiseleitern gingen ständig Telefonate ein, aber so richtig verstand ich das alles nicht. Angst und Schrecken waren ständige Reisebegleiter in Köln.</p>
<p>Ich glaube, dass es hier war, wo mich zum ersten Mal ein Fahrrad fast über den Haufen gerannt hätte. Auch das eine ungewöhnliche Erfahrung, da Radwege davor für mich etwas waren, was generell nur gebaut, aber nie benutzt wurde.</p>
<p>Da war auch ein Sexshop in dieser bunt gemischten Einkaufstraße. Wir betraten ihn. Und hier gab es nichts, was wirklich Angst und Schrecken erregte. Oder über erregte. Lustige Bücher mit wunderbar durchsichtigen zweideutigen Titeln, alle im Reich der Porno-Fantasy angesiedelt in dem gleichen Regal wie schmutziges Sexspielzeug und vergilbte Sexheftchen. Das einzige, was mir einen Schauer über den Rücken laufen liess, war der Wandteppich mit Elivs. Was um alles in der Welt hatte Elvis in einem Sexshop verloren?</p>
<p>Ein Mitglied unserer Gruppe liess sich die Haare in einem billigen und sehr hippen, trendigen Friseursalon schneiden und färben. Ich werde nicht erwähnen, wie das Resultat nach 2 Wochen aussah. Ich fand es sofort nach der Behandlung sehr ansehlich.</p>
<p>Während der Wartezeit besuchten die restlichen ¾ der Reisegruppe ein Kaufhaus, in dem es nur spezielle Outdoor-Sachen gibt. Damit man diese high-Tech Kleidung die einen vor Wind, Sonnenbrand, Sturm, Hagel, Schienenersatzverkehr und sonstigen Wettereinflüssen schützt, sofort testen kann, gibt es dort Tauchbecken, Kältekammern, Regensimulatoren und Quallenaquarien.</p>
<p>Ausser einigen wenigen Anflügen von Höhenangst waren Angst und Schrecken diesem Kaufhaus fern geblieben. Sie hatten sich warhscheinlich auch eine neue Frisur machen gelassen.<br />
Nach diesen Abenteuern ging es sofort in das Kölner Nachtleben bzw. in das Kölnerfeierabendleben. Eine Kneipe irgendwo in Ehrenfeld. Obwohl, eigentlich war die Kneipe nicht „irgendwo in Ehrenfeld“. Die Kneipe war gegenüber von Condomi, einem Laden für Präservative, den angeblich jeder in Köln kennt. Und die Leute im Condomi kennen die Kneipe, die ja eigentlich bloss gegenüber und relativ sichtbar ist. Vor allem sind die Mauern voller Aufkleber, Sticker und sonstigem festklebendem, glänzendem Papier.</p>
<p>Wir warten eine Zeit lang auf das das fehlende Viertel unserer Reisegruppe. Es verging relativ viel Zeit, vor allem floß viel Kölsch meine Kehle hinunter. Als das Viertel der Reisegruppe, das auf jeden Fall anonym bleiben möchte, eintraf und wir ihre neue Frisur und Kleidung bewunderten, ging es munter weiter mit dem Alkohol, vor allem wurde der ab diesem Zeitpunkt stärker.</p>
<p>Irgendwann wurde dann beschlossen, den Standort zu wechseln. Also ab in die U-Bahn, schwarz gefahren, irgendwo wieder hinausgestiegen, und rein in eine Location, die sich „Underground“ nennt. Da war es so leer wie sonst nur in luxemburgischen Lokalen ab 1 Uhr, aber der kurze Aufenthalt dort genügte, um erkannt zu werden. Ich erkannte allerdings nicht, dass ich erkannt wurde, und so bliebt dieser Besuch im Underground mit Angst und Schrecken in Erinnerung.</p>
<p>Wir gingen – oder torkelten weiter in die Richtung einer Punkkneipe. Ich hatte keine Ahnung, wo die sein sollte, aber wir hatten unsere Reisebegleiter, die sich glücklicherweise in der Stadt auskannten. Uns kamen eine Menge junger Menschen entgegen, die von irgendeinem Konzertveranstalter rausgeworfen worden waren.</p>
<p>Angst und Schrecken erfassten mich. Wieso wurden diese Leute einfach so vor die Tür geworfen? Und warum waren sie schon gegen 10 Uhr abends sternhagelvoll, so dass einige kaum noch laufen konnten?</p>
<p>Das sei so üblich, erklärte man mir. Ein Konzert beginne um 6 Uhr und gegen 10 würden die Leute schon rausgeworfen, damit danach die nächste Party steigen konnte. Da waren mir stickige, ehemalige Autowerkstätten doch lieber.</p>
<p>In der Punkkneipe war es ähnlich unheimlich. Da spielte eine Band, die klang, so wie jede Band klingt, die in einer schmutzigen Punkkneipe mit Biergarten spielt. Schrub, schrub, ich kann zwei Akkorde, ich bin Punk. So oder so ungefähr. Wir tranken trotzdem, und schon wieder tranken wir schärferen Alkohol.</p>
<p>Nach einer ein klein wenig angetrunkenen Zeit verliessen wir auch diese Kneipe und wendeten uns wieder dem Underground zu. Der Weg dorthin kam mir auf einmal länger vor. Die kalte kölner Nachtluft liess Sauerstoff in meine Lungen, was meinem Körper nicht unbedingt half, den Alkohol abzubauen. Angst und Schrecken hatten mich. Würden wir noch mehr besoffenen, vielleicht sogar gewaltbereite Jugendlichen treffen? Was würde uns im Underground erwarten? Wo würden wir diese Nacht verbringen? Würde ich je all diese Erlebnisse in eine angemessene Anzahl von Folgen Angscht a Schrecken pressen können? Und vor allem: Was war eigentlich mit Faust los?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.angschtaschrecken.lu/?flattrss_redirect&amp;id=98&amp;md5=34488e3a480c5d68f7cccd2f20418437" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.angschtaschrecken.lu/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Angscht a Schrecken zu Köln</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Sep 2007 15:05:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Folge ist auf Deutsch, da sie sich hauptsächlich in Deutschland abspielt und ich das Prinzip der Internationalisierung gar nicht mal so schlecht finde. Was nicht heißt, dass künftig alle Angscht a Schrecken Folgen auf Deutsch sein werden.


mp3 download Angscht a Schrecken zu Köln


Als Gonzojournalist muss man öfters mal an Konferenzen teilnehmen. Das gehört ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Folge ist auf Deutsch, da sie sich hauptsächlich in Deutschland abspielt und ich das Prinzip der Internationalisierung gar nicht mal so schlecht finde. Was nicht heißt, dass künftig alle Angscht a Schrecken Folgen auf Deutsch sein werden.</p>
<p><a href="http://www.angschtaschrecken.lu/audio/angschtaschrecken41.mp3">Download audio file (angschtaschrecken41.mp3)</a><br />
<a href="http://www.angschtaschrecken.lu/audio/angschtaschrecken41.mp3">mp3 download Angscht a Schrecken zu Köln</a></p>
<p><span id="more-95"></span><br />
Als Gonzojournalist muss man öfters mal an Konferenzen teilnehmen. Das gehört eben zum Beruf. Ich sollte an dem 7. Forum zur Perspektiven Europäischer Jugendpolitik mit dem Thema „Bildungschancen in Europa“ teilnehmen. Und ich habe dies auch getan. Dieses Forum mit dem viel zu langen Namen, das komischerweise auch der Startabschusspunkt für das neue Programm „Jugend für Europa“ war, fand in Köln statt.</p>
<p>Köln ist in vielerlei Hinsicht eine interessante und schöne Stadt. Es gibt Stadtteile mit so schönen und wohlklingenden Namen wie Zollstock, Nippes oder auch Ehrenfeld. Die Stadt hat einen Dom, oder wie die Einheimischen sagen: die größte Bahnhofskapelle der Welt. Ehe ich zu diesem Forum reisen sollte, hatte ich Köln schon zwei mal besucht. Einmal wegen des Zoos und einmal wegen Bauwagenplatztourismus. Für die Hörer, die nicht wissen, was ein Bauwagenplatz ist: So etwas wie ein Zelt- oder Campingplatz, nur mit Bauwägen. Und mit dem Unterschied, dass die Leute das ganze Jahr über da wohnen und der Grund, auf dem sie stehen, nicht immer oder eher selten ihnen gehört.</p>
<p>Die Reise nach Köln begann, wie sich viele Hörer vielleicht denken können, in Luxemburg, genauer gesagt in dem Ort, der den zweit tiefsten Punkt des Landes markiert. Weshalb dort drei Flüsse zusammenfliessen. Ich hatte das mit den Flüssen immer für deine zufällig geographische Begebenheit gehalten, aber dann irgendwann mal erklärt bekommen, dass beide Fakten, also zweittiefster Punkt und 2 Mündungen, etwas miteinander zu tun hatten. Ich fand das merkwürdig, habe aber nie mehr darüber nachgedacht.</p>
<p>Wir hatten uns entschlossen, auf unsere Öko-Heiligenscheine zu pfeiffen und die Reise mit dem Automobil anzutreten. Trotzdem begann unsere Fahrt auf dem Bahnhof des eben genannten Ortes. Oder eher auf dem Bahnhofsparkplatz, der im Schatten eines gigantischen Getreidesilos liegt. Ich hatte immer schon Angst, dieser Silo würde irgendwann einmal explodieren. Durch Gärung oder ein verwandtes Phänomen. Ich stellte mir vor, wie es eine faulige, kaum hörbare Explosion geben würde und das angefaulte Getreide vom Himmel regnen würde, die Straße bedecken würde und sich wie Konfetti unbemerkt unter die Kleidung und von dort in alle möglichen und unmöglichen Körperöffnungen schleichen würde.</p>
<p>In dem Sinne war ich froh, dass es bald los ging, auch wenn die erste Station unserer Reise nur 500 Meter vom Bahnhofsparkplatz entfernt lag, so war die Tankstelle, die wir ansteuerten, immerhin nicht mehr im Schatten des überdimensionierten Getreidesilos.<br />
Tankstellen haben, wie ich schon öfters in dieser Serie erwähnt habe, einen ganz eigenen Mikrokosmos. Zum Glück stand dieses Mal kein ehemaliges Nicht-Ganz-Topmodel mit seinen merkwürdigen Freunden mit einem gelben Plüschschwamm auf der Tankstelle. Es waren auch keine seltsamen Gestalten wie zum Beispiel Toni zu sehen. Nur alte Bekannte, deren Namen nicht mit A oder mit S beginnen.</p>
<p>Hier muss ich kurz abschweifen: Die Serie Angscht a Schrecken wird oft „A &#038; S“ abgekürzt. Dies ist keine Anspielung an die Initialien gewisser Personen. Im Gegenteil, es bezeichnet einfach bloß Angst und Schrecken.</p>
<p>Als wir uns mit genügend ekligen Dosengetränken, die wach machen und sonstigen essbaren Schandtaten der chemischen Industrie eingedeckt hatten, ging die Reise los.<br />
Durch einen Defekt mussten die beiden Menschen auf der Rückbank des Fahrzeugs ihre Gurte miteinander verbinden. Dies stellte kein wirkliches Problem dar, liess mein Vertrauen in das Fahrzeug, das man mit Recht auch „Eierbecher“ hätte nennen können, ein wenig sinken. Anderseits war ich so von dem schrecklichen Interieur abgelenkt, dass ich kaum Zeit hatte, mir um Fahrtsicherheit Gedanken zu machen.</p>
<p>Mit vollgepacktem Kofferraum, verbundenen Gurten, Lebensmittelverbrechen der chemischen Industrie und wahrscheinlich auch meinen beiden alten Bekannten Angst und Schrecken ging die Reise nun endgültig los. Raus aus dem Loch, dass man den zweit tiefsten Punkt des Landes nennt, weg von der Gefahr, eine Siloexplosion eines überdimensionierten Getreidesilos mitzuerleben, in Richtung Osten.</p>
<p>Für Luxemburger liegt ganz Deutschland im „Osten“, was mitunter zu Verwirrungen führen kann. Ich werde also versuchen, keine politisch gefärbten Himmelrichtungen mehr zu verwenden. Wir fuhren, auf der Landkarte gesehen, nach rechts.</p>
<p>Nach nicht allzu langer Zeit kamen wir dann in der Bundesrepublik an. Eine kleine unscheinbare Brücke diente als Grenzübergang über die Sauer. Die Sauer ist ein Fluss, der später in die Mosel mündet. Wahrscheinlich am tiefsten Punkt des Landes. Oder so.</p>
<p>Wir waren raus aus Luxemburg. Hinter uns lag Mandy, das verhinderte Topmodel, Toni, der Rastamann, Reporter mit dornigen Akten und merkwürdiger Aussprache, ein explosionsgefährdetes überdimensioniertes Getreidesilo, der Osten Luxemburgs und weitere Dinge und Personen, die Angst und Schrecken verursachten. Aber meine beiden Bekannten waren mit in diesem kleinen Auto mit einem sehr hässlich eingefärbten Interieur.</p>
<p>Sie machten sich bemerkbar, als wir die Autobahn nicht fanden. Oder auf jeden Fall nicht wirklich. Man möchte meinen, Deutschland sei aufgrund von historischen Begebenheiten voll von Autobahnen, so dass man unmöglich eine halbe Stunde durch die Pampa fahren kann, ohne zumindest einer Schnellstraße zu begegnen. Aber dies war möglich.</p>
<p>Wir fuhren quer durch die Eifel, vorbei und durch Döfer mit Namen wie „Geckler“ oder etwa „Gaytal“, wobai das „Gay“ wie das englische „Gay“ geschrieben wird. Angst und Schrecken machten sich langsam bemerkbar, vor allem als Pläne laut wurden, mich in einen Sexshop zu entführen und mich in merkwürdige Lederkleidung zu stopfen.<br />
Sollte ich doch lieber froh darüber sein, dass wir irgendwo im Nirgendwo der Eifel waren und noch nicht in der pulisierenden Großstadt, die mir auf einmal nicht mehr so fröhlich und farbig vorkam, sondern mehr wie etwas sehr gefährliches.</p>
<p>Irgendwann waren wir bei Sankt Vith. Für die Hörer, die es nicht wissen: Das liegt in Belgien. Wir wollten nach Köln. Köln liegt jedoch nicht in Belgien.<br />
Angst und Schrecken machten sich breit. Würden wir je den Weg in die Karnevalshochburg finden? Würde dort aus irgendeinem merkwürdigen Grund Karneval sein? Was würde mir in den Sexshops passieren? Wieso waren wir auf einmal in Belgien?</p>
<p>Trotz oder vielleicht gerade wegen dieses Umweges fanden wir die richtige Autobahn mit Schildern, auf denen Köln stand. Die Karnevalshochburg und Stadt mit der größten Bahnhofskapelle der Welt konnte also gar nicht mehr so weit sein.</p>
<p>Zur Erheiterung der Fahrgemeinschaft lasen meine beste Freundin, die den Hörern nicht unbekannt ist, Goethes Faust. Das heißt, wir lasen den Text laut vor. Da wir jedoch nur zwei Sprecher hatten, mit denen wir sämtliche Personen besetzen mussten, ließen wir viele Textpassagen mit mehr als zwei Personen einfach aus.<br />
Das ganze wird Angst und Schrecken wohl erheitert haben, denn die meldeten sich sogleich beim Erreichen der Metropole am Reihn wieder zurück.</p>
<p>Wir waren da, in diesem Chaos aus Autos, Fußgängern und tollwütigen Radfahern. Ich weiß nicht, ob das der normale Status Quo in deutschen Großstädten ist, aber für einen Luxemburger ist es sehr befremdlich, mehrmals im Tag FAST von Radfahern über den Haufen gerannt zu werden, nur weil man zufälligerweise auf deren Fahrbahn steht, die oft nicht wirklich gut vom Bürgersteig zu unterscheiden ist.</p>
<p>Wir sahen die gewöhnlichen Dinge, die man in einer Großstadt so sieht: Sexshops, Nachtclubs mit getönten Scheiben, Schnellimbissbuden, Straßenbahnschienen und viele viele Radfahrer.<br />
Wir waren angekommen.</p>
<p>Trotzdem, oder gerade deswegen hatten Angst und Schrecken mich. Was würden die nächsten Tage bringen? Würde man mich wirklich in einen Sexshop zwingen? War Toni uns nicht doch gefolgt? Wo würden wir die Nacht verbringen? Würden gewisse Drohungen, in Tanzlokale mit getönten Scheiben zu gehen, wahr werden? Was war das omniöse Tourismusprogramm, das immer wieder erwähnt wurde? War das Getreidesilo explodiert? Und vor allem: Was war eigentlich mit Faust los?</p>
<p>Diese und/oder ganz andere Fragen werden in der nächsten Folge beantwortet, denn wir waren ganze vier Tage in Köln, was die Schilderung in nur einer Episode unmöglich macht…</p>
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